Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest

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Inhalt: Systeme der Verkehrstechnik

Oberstes Ziel der Verkehrstechnik ist die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs.

Sicherheit bedeutet, dass Kollisionen, Strandungen und andere Schiffsunfälle vermieden werden. Die Sicherheit der Schifffahrt dient dem Schutz des Lebens der Menschen an Bord, des Schiffes und der Ladung, aber ebenso dem Schutz der Menschen und der Umwelt an den Wasserstraßen ( Küstenmeer, Flüsse, Kanäle ).

Unter Leichtigkeit wird die Ermöglichung eines zügigen und möglichst reibungslosen Schiffsverkehrs verstanden. Die Leichtigkeit hat Einfluss auf den Zeitbedarf und damit die Gesamtkosten einer Schiffspassage. Sie spielt eine wirtschaftliche Rolle für die Reeder und trägt zur Attraktivität der Häfen bei.

Die verkehrstechnischen Einrichtungen an der Küste dienen dazu, den Schiffsführern Informationen und Hilfen zur Bestimmung der SystemmixSchiffsposition und Informationen über die Wasserstraße zu geben. Um ein Schiff in einem begrenzten Fahrwasser sicher zu navigieren, müssen an Bord Informationen über die aktuelle Position des Schiffes, den Verlauf der Fahrrinne und des Fahrwassers und die aktuellen Besonderheiten und Gefahren des Fahrwassers verfügbar sein.

Diese Informationen können auf sehr unterschiedliche Art bereitgestellt und mit unterschiedlichen Mitteln an Bord aufgenommen werden. So sieht der Schiffsführer z. B. eine Fahrwassertonne mit bloßem Auge oder auf dem Bildschirm seines Bordradars und weiß dadurch, wo der Rand des Fahrwassers ist und wo sich das Schiff im Fahrwasser befindet. Ebenso erkennt er ein Hindernis, z. B. einen im Fahrwasser arbeitenden Bagger. Die selben und weitere Informationen können auch - sogar frühzeitig im Voraus - als Beratung über Sprechfunk gegeben werden oder automatisch über funktechnische Systeme bereitgestellt werden.

Die Systeme der Verkehrstechnik an der Küste bewegen sich im Rahmen von internationalen Vorgaben und Vereinbarungen, von politischen Konzepten auf nationaler Ebene und des Standes der Technik. Unter diesen sich ständig wandelnden Randbedingungen müssen die Systeme fortlaufend angepasst und optimiert werden.

Die Systeme der Verkehrstechnik (Systemmix der Verkehrstechnik) gliedert sich in die Teilsysteme:

- Visuelle schwimmende und feste Schifffahrtszeichen
Schwimmende
Feste
Solar LT 250

 
LT Arngast

 
- Verkehrssicherungssysteme
Verkehrszentrale Bremerhaven

 
- Funknavigationssysteme
GPS-Grafik

 

Die einzelnen Teilsysteme haben unterschiedliche Eigenschaften hinsichtlich der

Informationsabgabe
Erklärungen
Verfügbarkeit
Genauigkeit
Integrität

Die Anforderungen an die einzelnen Kriterien sind aufgrund der verkehrenden Schiffe und der Eigenschaften des jeweiligen Wasserstraßenabschnittes nautisch festzulegen. So ist die erforderliche Genauigkeit der Information über Schiffsposition und Fahrrinnenrand in einem begrenzten Fahrwasser für große und tiefgehende Schiffe höher als auf offener See.

Die Sicherheit entsteht durch das Zusammenwirken der Teilsysteme. Während das eine genauer ist, hat das andere weniger Ausfälle. Unter Bedingungen wo das eine ausfällt, steht das andere noch zur Verfügung. Risikobetrachtungen können helfen, die Ursachen und Wahrscheinlichkeiten von Restrisiken zu analysieren, um abzuschätzen, ob die Risiken mit vertretbarem Aufwand durch verkehrstechnische Maßnahmen vermindert werden können. Manche Risiken, z. B. technische Mängel auf Schiffen, sind durch Verkehrstechnik selbst nicht zu beeinflussen.

Die Auslegung der Systeme muss so geplant werden, dass die Anforderungen an die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs auf die jeweils kostengünstigste Art erfüllt werden.

Die Systeme der Verkehrstechnik als "Systemmix" werden nach heutigen Erkenntnissen in Zukunft wie folgt aussehen :

- Grundversorgung: Radionavigation (GPS, DGPS, Loran-C ...)
- Ergänzung: schwimmende Schifffahrtszeichen (Tonnen, Feuerschiffe)
- Unterstützung: feste Schifffahrtszeichen (Leuchttürme, Baken, Pricken)
- Zusätzlicher Service wo geeignet und notwendig: Verkehrssicherungssysteme (Landradaranlagen, Verkehrszentralen)